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Stundenplan

Kantonale Vorgaben definieren den Stundenplan in Lektionen und Stufen. Diese sind auch für die Schulmedia verbindlich. Da wir altersdurchmischt arbeiten, ergibt sich ein Stundenplan über alle Stufe, der mehrheitlich identisch ist. Wir verzichten bewusst auf 45 Minuten Blöcke.  Neuropsychologisch sowie empirisch macht es keinen Sinn eine Lektion nach 45 Minuten zu beenden. Wenn man die Zeit beachtet, bis sich ein Schüler oder Schülerin wieder auf eine neue Lektion eingestellt hat, vergehen in der Regel 5 bis 10 Minuten – mindestens! Oft unterbricht man dabei eine Handlung, die gerade lerneffizient ist.

Die Tagesstruktur gliedert sich in eine individuelle, kognitive Arbeitsphase (Lernbüro), über das Lernen in der Gruppe, Klasse hin zu aktivem Lernen an Projekten. Aus eigenen Erfahrungen wissen wir, dass die ersten Stunden am Morgen am produktivsten sind, um kognitiven Lernstoff aufzunehmen. Je länger der Tag, desto wichtiger wird die aktive Phase. Die kognitiven Fächer Deutsch, Mathe oder Fremdsprachen werden in einem ersten Arbeitsblock Lernbüro zusammengefasst. Je nach Wochentag sind dies die ersten 2-3 Lektionen am Morgen. Diese Phase bezeichnen wir auch als die persönliche Lernphase der Schülerinnen und Schüler. Persönliches Lernen und Coaching stehen dabei im Fokus. Im Lernbüro wird auf den unterschiedlichen Lernstand der Schülerinnen und Schüler vollumfänglich eingegangen. Erste Priorität ist es dabei, die Klassenlernziele zu erreichen. In diesem Prozess begleitet und unterstützt der persönliche Lerncoach die Kinder und Jugendlichen. Der Coach stellt die benötigten Pläne oder Aufgaben zusammen, die dem Erreichen des Lernzieles dienen. Dabei kann der Schüler oder die Schülerin selbstständig wählen, welcher Lerninhalt zu welchem Zeitpunkt im Lernbüro erledigt werden soll. Diese Wahlfreiheit unterstützt die Eigeninitiative und hält gemäss Deci & Ryan (1993) die intrinsische Motivation aufrecht. Während dem Lernbüro sind mehrere Lehrpersonen anwesend, die für Fragen, Inputs oder Coachinggespräche zur Verfügung stehen.

Lern-, Sachverhalte oder Theorien können via Video (Youtube), kompetente Mitschüler oder Coaches angeeignet werden. Dadurch wird ein unabhängiges, beziehungsförderndes und vielfältiges Lernerlebnis ermöglicht.

 

Nach der Morgenpause findet der Stufen-, Gruppen-, oder Gesamtschulunterricht statt. In diesem Gefäss stehen die naturwissenschaftlichen Fächer im Fokus und es werden Grundlagen vermittelt für die persönliche Weiterarbeit in der praktischen Phase am Nachmittag. Das Lernen in der Gemeinschaft mit gemeinsamen Werten und Idealen steht dabei im Vordergrund.

 

Am Nachmittag wird praktisch gearbeitet. Sei dies sportlich, an eigenen Projekten, Werkstätten oder in der Atelierarbeit. Das aktive, handelnde Lernen ist in dieser Arbeitsphase zentral. Der Coach berücksichtigt dabei die Einzigartigkeit der Schülerinnen und Schüler und fordert sowie fördert ihre Kompetenzen.

 

drop in: Kinder, Jugendliche sowie Lehrpersonen machen sich für das Lernbüro bereit. Es können in dieser Zeit noch Absprachen getroffen oder Material bereitgestellt werden.

 

drop off: Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsalltag, erledigen die zugeteilten Ämtli und machen sich für die Heimreise bereit.

 

Coaching

Die Pädagogen nennt man bei uns Coaches. Wir verstehen darunter einen Lernbegleiter und Aktivator. Der Unterricht soll sich in den Dienst der Schülerinnen und Schüler stellen und sie auffordern, diesen aktiv mitzugestalten. Dies gelingt vor allem dann, wenn sie Mitspracherecht haben in der Gestaltung des Lernprozesses.

„Die Schüler/innen müssen im Unterricht möglichst oft und konsequent zum eigenständigen Denken und Konstruieren, Entdecken und Gestalten, Kommunizieren und Kooperieren, Planen und Entscheiden, Präsentieren und Reflektieren, Üben und Wiederholen des betreffenden Lernstoffs veranlasst werden. Das fördert den inhaltlichen Durchblick, induziert vernetztes Wissen, stärkt die fachliche Souveränität, steigert die längerfristigen Behaltenseffekte und trägt nicht zuletzt zur Mobilisierung der unterschiedlichen Schülerbegabungen bei.“ (Klippert, 2010, S. 60)

Aus der neuropsychologischen Forschung wissen wir, dass die Beziehungsarbeit zwischen Coach und Schülerin oder Schüler zentral ist.

Der Coach plant gemeinsam mit seinen Schülern und Schülerinnen die nächsten Lernschritte. Er begleitet und hilft ihnen dazu die Lernziele zu erreichen. Im Weiteren führt der Coach Elterngespräche und ist Schnittstelle zwischen Schule und Elternhaus. In periodischen Meetings wird der Lernstand überprüft, die persönlichen Lernziele reflektiert und Vereinbarungen für die Weiterarbeit definiert.

 

Agenda

Um die vielfältige und persönliche Planung der einzelnen Schülerinnen und Schüler im Überblick zu behalten, haben wir auf auf OneNote for classroom ein Planungs- & Kontrollinstrument selber entwickelt. Die Vorteile sind in der steten Verfügbarkeit über verschiedene Devices.

Die Agenda ist nicht nur persönliches Planungs-, sondern auch Reflexionsinstrument. Während dem drop off reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihren Arbeitstag. Dies hilft zur Verarbeitung des Gelernten.

 

Hausaufgaben (Effektstärke nach John Hattie d=0,29) in der klassischen Form gibt es bei uns keine mehr. Arbeiten, die zu erledigen sind, heissen Pendenzen. Die Pendenzen sind genauso personalisiert wie der Unterricht selbst, damit die Schülerinnen und Schüler an ihrem Vorwissen anknüpfen können.

 

Alle Schüler oder Schülerinnen erleben Erfolge auf ihrem Lernweg. Diese sind wichtig und motivierend. Erfolg löst positive Emotionen aus, die für einen nachhaltigen Lernprozess wichtig sind. Um sich über die eigenen Erfolge bewusst zu werden, haben wir einen eigenen Bereich in der Wochenagenda definiert.